Was redaktionelle Standards bei uns bedeuten
Redaktionelle Standards sind bei uns keine Grundsatzerklärung für die Schublade. Sie beschreiben, was täglich passiert, wenn eine Recherche beginnt, wenn ein Text gekürzt wird und wenn sich nach der Veröffentlichung etwas als falsch erweist. Wer wissen will, warum eine Zahl in einem Artikel steht, findet hier den Weg, auf dem sie dorthin gekommen ist.
Wir arbeiten ressortspezifisch, aber nach denselben Grundregeln. Der Politikteil entscheidet anders über Quellen als der Wissenschaftsteil, und ein investigativer Beitrag hat andere Hürden als ein Essay. Gemeinsam ist allen: Jede Aussage, die wie ein Fakt aussieht, muss belegbar sein. Wo das nicht gelingt, schreiben wir es hin – im Text, nicht in einer Fußnote, die niemand liest.
Unabhängigkeit heißt für uns, dass wirtschaftliche Interessen, politische Nähe oder persönliche Verbindungen nicht darüber entscheiden, was gedruckt wird. Das ist ein Anspruch, den wir täglich neu einlösen müssen, und genau deshalb ist er hier ausformuliert und nicht nur behauptet.